Archäologische Untersuchungen in der Katharinenkirche

Die Katharinenkirche hat ihre Gestalt im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geändert. Im Zuge der Vorbereitung der Restaurierung des Gotteshauses wurde die Bausubstanz vom Ingenieurbüro Barthel & Maus gründlich untersucht. Daraus resultieren die detaillierten Zeichnungen unter der Rubrik "Baugeschichte". Überall dort, wo keine Mauern mehr stehen, lassen sich natürlich keine Angaben mehr machen. Insbesondere die Zeichnungen zum Apsisbereich der romanischen Kirche sind deshalb nur spekulativ.

Der Experte vom Landesamt für Denkmalpflege Professor Fassbinder empfahl, den Untergrund mit der sogenannten Georadar-Methode (Bodenradar) zu untersuchen.

Nach dem Abbau der Innengerüste und vor Beginn der Restaurierung dees Bodens fand sich jetzt ein geeignetes Zeitfenster für die Untersuchungen. Inzwischen liegt Im Langhaus hat sich bestätigt, dass das Bodenniveau des ersten romanischen Baus, von dem die Mauern im Norden, Westen und Süden bis heute noch stehen, um 1,20 bis 1,40 m tiefer lag. Messanomalien in den Ecken im Südosten und Nordosten sind nicht eindeutig und nicht erklärbar. Es könnte sich dabei um Verstärkungen der Fundamente handeln. Die Messungen in der Apsis waren nur schwer durchzuführen, da die gemauerten Altäre störten und die schmalen Restflächen die Messgenauigkeit stark reduzierten. Nachdem das Baumaterial wohl weitgehend abgetragen und für die gotische Apsis verwendet wurde, konnten keine Reste der romanischen Apsismauer nachgewiesen werden. Da in den östlichen zwei Dritteln der Apsis auch kein Hinweis auf das tiefer gelegene Niveau analog zum Langhaus gefunden wurde, ist davon auszugehen, dass die alte Apsis relativ kurz war und sich auf den westlichen Teil beschränkte. Sensationell ist der Fund einer rechteckigen Fläche, die ab einer Tiefe von 70 cm gefunden wurde. Es könnte sich dabei um eine Grablege oder um einen Sarkophag handeln. Für diese Fläche empfiehlt Herr Mader ausdrücklich die Durchführung einer archäologischen Grabung. Das staatliche Bauamt ist, unter anderem wegen des Zeitverlusts, strikt gegen eine Grabung. Auch von Seiten des Landesamts für Denkmalpflege ist mit einem Verbot zu rechnen. Für die Grabungskosten ist ohnehin nicht mit öffentlichen Mitteln zu rechnen. Sie müssten also über Spenden finanziert werden. Im südlichen Aussenbereich deuten sich einige Mauerstrukturen an. Hier werden Schürfgrabungen empfohlen. Diese könnten auch noch nach Ende der Renovierung durchgeführt werden. Allerdings wäre dazu die Zustimmung des südlichen Nachbars erforderlich,da sie jenseits der Grundstücksgrenze liegen. Die drei Mauern etwa auf Höhe des romanischen Bodens im Inneren könnten durchaus auf Vorgänger- oder Nebengebäude aus romanischer Zeit hinweisen. Die im Westen gelegenen winkelförmigen Reste weisen eventuell auf eine Vorhalle zum an der Südseite gelegenen romanischen Eingangsportal hin. Die Egebnisse sind im folgenden Bild zusammengefasst: